Das Eisenbahn-Ausbesserungswerk in Reichenbach /Vogtland
Wasserturm, Das Eisenbahn-Ausbesserungswerk in Reichenbach /Vogtland
In Reichenbach/Vogtland befindet sich ein längst stillgelegtes Ausbesserungswerk der früheren Reichsbahn. In vielen Räumen waren noch Maschinen und Einrichtungen vorhanden (2010), aber inzwischen dürfte es dort völlig anders aussehen. Inzwischen findet man zu diesem RAW auch mehr Informationen im Netz. Ich hatte mal - gebraucht - ein im Eigenverlag gedrucktes Buch darüber gefunden, das ist aber leider nicht mehr auffindbar.
Zur Geschichte des RAW:
Das Eisenbahn-Ausbesserungswerk (AW) Reichenbach/Vogtland war über viele Jahrzehnte einer der bedeutendsten Eisenbahnbetriebe Sachsens und prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt nachhaltig. Gemeinsam mit dem Bahnbetriebswerk, dem Güterbahnhof und weiteren Eisenbahnanlagen entwickelte sich Reichenbach zu einem der wichtigsten Eisenbahnknoten im Vogtland.
Die Grundlage für diese Entwicklung wurde bereits mit der Eröffnung der Bahnstrecke Leipzig–Hof im Jahr 1846 geschaffen. Reichenbach war die erste Stadt des Vogtlandes mit einem Eisenbahnanschluss. Durch die Fertigstellung der Göltzschtalbrücke im Jahr 1851 und den Ausbau weiterer Bahnstrecken nahm der Zugverkehr stetig zu. Der Bahnhof entwickelte sich zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt, wodurch umfangreiche Werkstatt- und Unterhaltungsanlagen erforderlich wurden. (Wikipedia)
Mit dem starken Wachstum des Eisenbahnverkehrs entstanden Ende des 19. Jahrhunderts moderne Betriebsanlagen. Im November 1899 wurde der Grundstein für ein neues Bahnbetriebswerk gelegt. Parallel dazu wurden Werkstätten für die Instandhaltung und Ausbesserung von Lokomotiven und Eisenbahnfahrzeugen erweitert. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Reichenbach zu einem wichtigen Standort für Wartung, Reparatur und den Einsatz von Dampflokomotiven. (bahnundbuch.de)
Im Ausbesserungswerk
Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts arbeiteten mehrere hundert Beschäftigte in den verschiedenen Eisenbahnbetrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Deutsche Reichsbahn die Anlagen. In der DDR gewann der Standort nochmals erheblich an Bedeutung. Zusammen mit Bahnhof, Güterabfertigung und den Werkstätten waren zeitweise über 1.000 Menschen im Eisenbahnbereich beschäftigt. Reichenbach war insbesondere für den Lokomotivwechsel auf der wichtigen Nord-Süd-Magistrale Leipzig–Hof sowie für den Interzonenzugverkehr über den Grenzübergang Gutenfürst von großer Bedeutung. (bahnundbuch.de)
In den 1960er Jahren begann die Ablösung der Dampflokomotiven durch Dieseltriebfahrzeuge. Bereits 1967 war das Bahnbetriebswerk Reichenbach als erstes Bahnbetriebswerk der Reichsbahndirektion Dresden vollständig dampflokfrei. Die Werkstätten passten sich den neuen Anforderungen an und führten Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Diesellokomotiven durch. (fhwe.de)
Mit der deutschen Wiedervereinigung änderten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend. Die Deutsche Bahn konzentrierte ihre Instandhaltungsstandorte auf wenige große Werke. Dadurch verloren die Werkstätten und Betriebsanlagen in Reichenbach zunehmend an Bedeutung. Viele Arbeitsplätze wurden abgebaut, einzelne Betriebsteile geschlossen oder an andere Standorte verlagert. Ende der 1990er Jahre wurden die letzten größeren Eisenbahnwerkstätten stillgelegt, womit eine über 150-jährige Eisenbahntradition weitgehend endete. (bahnundbuch.de)
Heute erinnern noch zahlreiche Gebäude, Gleisanlagen und technische Bauwerke an die einstige Bedeutung des Eisenbahnstandortes. Für viele ehemalige Beschäftigte bleibt das Ausbesserungswerk ein Symbol für handwerkliches Können, technische Innovation und den engen Zusammenhalt der Eisenbahner. In der Stadtgeschichte Reichenbachs nimmt die Eisenbahn bis heute einen herausragenden Platz ein und gilt als wesentlicher Motor der Industrialisierung und des wirtschaftlichen Aufschwungs des Vogtlandes. (Reichenbach Vogtland).