Wir haben einen zweiten Besuch dieser ansehnlichen Ruine unternommen. Nun auch etwas zur Gesichte von diesem Platz:
Die Flugzeugführerschule B 35 (FFS B 35) in Hagenow war eine der zahlreichen Ausbildungseinrichtungen der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Sie entstand auf dem bereits seit Mitte der 1930er Jahre aufgebauten Fliegerhorst Hagenow in Mecklenburg und existierte nur vergleichsweise kurze Zeit, spielte aber in den letzten Kriegsjahren eine wichtige Rolle bei der Ausbildung neuer Piloten.
Mit dem geheimen Aufbau der Luftwaffe begann das Deutsche Reich ab 1935, ein Netz moderner Fliegerhorste anzulegen. Einer dieser Standorte entstand östlich von Hagenow bei Sudenhof in den Jahren 1937 - 1937.
Die Anlage umfasste zwei große Grasstartbahnen (ca. 1.150 × 1.005 m, die Umrisse sind noch auf einem Luftbild erkennbar, obwohl inzwischen überbaut), mehrere Flugzeughallen, die üblichen Werkstätten, ein Treibstofflager, verschiedene Unterkunfts- und Wirtschaftsgebäude, ein Offizierskasino, und schleißlich das außergewöhnliche sichelförmiges Kasernengebäude, das noch heute (in Teilen)( erhalten ist.
Bereits 1937 konnten dort über 1.100 Soldaten untergebracht werden. Noch bevor dort Piloten ausgebildet wurden, befanden sich andere Schulen auf dem Fliegerhorst, z.B. die Flugzeugbeobachterschule (Orterschule). Sie wurde ab Dezember 1936 in Hagenow eingerichtet. Hier wurden Flugzeugbeobachter, Navigatoren, Funker und Besatzungsmitglieder für mehrmotorige Flugzeuge ausgebildet. Die Ausbildung umfasste Kartenkunde, Navigation, Luftbildauswertung, Zielerkennung und Funkverfahren.
Von Ende 1937 bis März 1939 bestand zusätzlich eine Fliegerübungsstelle. Hier wurden Flugschüler, Besatzungen und ganze Verbände für praktische Übungen vorbereitet.
Nach Beginn des Krieges nutzten verschiedene Kampfverbände den Platz als Zwischenstation oder Bereitstellungsraum.
Während des Unternehmens Weserübung (Besetzung Dänemarks und Norwegens) waren zeitweise Teile des Kampfgeschwaders z.b.V. 1 in Hagenow stationiert. Erst im Dezember 1943 wurde die eigentliche Flugzeugführerschule B 35 nach Hagenow verlegt. Sie gehörte zu den sogenannten B-Schulen der Luftwaffe. Diese dienten der weiterführenden Pilotenausbildung, der Umschulung und der militärischen Flugausbildung nach Abschluss der Grundschulung.
Zum Einsatz kamen vor allem die Arado Ar 96 (wichtigstes deutsches Schulflugzeug), die Messerschmitt Bf 108 "Taifun" (Reiseflugzeug und Fortgeschrittenentrainer) sowie die Messerschmitt Bf 109 zur Einweisung auf das Jagdflugzeug Gerade in den letzten Kriegsjahren wurden Flugschüler zunehmend direkt auf Jagdflugzeuge vorbereitet.
Die Ausbildung bestand aus Instrumentenflug, Formationsflug, Blindflug, Navigation, (in Grenzen) Kunstflug, Notverfahren, Schießausbildung und der Einweisung auf Jagdflugzeuge. Da Deutschland ab 1943 unter massivem Treibstoffmangel litt, wurde die Flugausbildung jedoch immer weiter verkürzt. Viele Flugschüler erhielten nur noch einen Bruchteil der ursprünglich vorgesehenen Flugstunden.
Am 3. September 1944 wurde aus der Flugzeugführerschule B 35 die I. Gruppe des Jagdgeschwaders 115 gebildet. Das Geschwader war keine Frontkampfeinheit im eigentlichen Sinn, sondern diente weiterhin überwiegend der Ausbildung von Jagdfliegern. Bereits am 15. Oktober 1944 wurde diese Einheit in das Jagdgeschwader 107 eingegliedert. Damit endete die Geschichte der Flugzeugführerschule B 35 in Hagenow.
Im Mai 1945 erreichten amerikanische Truppen den Fliegerhorst. Nur kurze Zeit später wurde das Gebiet entsprechend den alliierten Vereinbarungen an die Rote Armee übergeben. Die sowjetischen Streitkräfte nutzten den Flugplatz und alle technischen /logistischen Einrichtungen bis Anfang der 1990er Jahre. Nach dem Abzug wurden große Teile der Gebäude abgerissen.
Heutiger (2017) Zustand: Vom ehemaligen Fliegerhorst sind ist praktisch nur noch ein Gebäude erhalten: das sichelförmige Unterkunftsgebäude von 1937, Es ist ziemlich verfallen, und offensichtlich is es in Teilen nicht etwa eingestürzt, sondern gezielt abgerissen worden. In einigen Räumen stehen aufgestapelt die ausgebauten Dachgauben, Ziegel usw., alles offenbar aus Gründen des Denkmalschutzes gesichert, evtl. für spätere Verwendung in anderen zu erhaltenden Gebäuden.
Die Start- und Landebahnen sind weitgehend verschwunden, obwohl man deren Lage immer noch erkennt. Auf Teilen des ehemaligen Flugplatzgeländes entstanden Wohngebiete und Gewerbeflächen.
(Persönliche Anmerkung: an dieser Stelle gab ChatGPT unser eigenes Blog als Quelle für die Information an, wir wissen jetzt nicht so recht, ob wir erfreut sein sollen 😉, gefragt wurden wir jedenfalls nicht!)
Historische Bedeutung
Die Flugzeugführerschule Hagenow war keine der großen oder traditionsreichen Fliegerschulen der Luftwaffe, sondern eine typische Ausbildungseinrichtung der späten Kriegsjahre. Ihre Geschichte spiegelt die Entwicklung der deutschen Luftwaffe wider: den raschen Aufbau ab 1935, die intensive Ausbildung bis 1943 und schließlich den zunehmenden Personalmangel und die verkürzte Pilotenschulung in den letzten Kriegsmonaten.

















































